Interview mit Thomas de Jager – Yukon River Quest Teilnehmer

Thomas de Jager von Yukon Wide Adventures –  einem sehr erfolgreichen, deutsch- und englischsprachigen Yukon-Tourveranstalter, startet dieses Jahr beim Yukon River Quest, einem der härtesten Kajakrennen der Welt. Über 715km am Stück im Kajak, jeder Paddler mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Thomas nimmt dieses Rennen dieses Jahr zum zweiten Mal in Angriff. Sein treuer Begleiter wird dabei wieder unser Prijon Barracuda RS sein.

Vor dem Start zum Rennen

Wenige Tage vor dem Start haben wir am 18.06.2015 mit Thomas noch ein kurzes Interview geführt:

Prijon: Hallo Thomas, zuerst mal vielen Dank, dass du Dir so kurz vor dem Start des Rennens noch Zeit für uns nimmst. Deshalb gleich meine erste Frage: Wie läuft es mit den Vorbereitungen zum Rennen?

Thomas: Hallo Max, ich habe Anfang April angefangen zu trainieren. Wir haben noch ein Haus auf der anderen Seite von Kanada, in Nova Scotia. Dort habe ich in einem alten Prijon Hai, in dem ich 1982 und 83 (ja richtig) auf der Deutschen Meisterschaft in Abfahrt teilgenommen habe auf dem Meer trainiert. Mehrfach die Woche bin ich ein bis zwei Stunden entlang der Küste gepaddelt. Seit Mai bin ich wieder im Yukon und paddle hier jeden zweiten Tag 19 bis 38 km, meistens abends. Da viele meiner Konkurrenten auf von den schnellen EPIC Kajaks überzeugt sind, habe ich in diesen Jahr fast 6 Wochen damit verbracht, verschiedene EPIC’s Test zu fahren. Allerdings kann ich mich mit den Booten gar nicht anfreunden. Im Bezug auf Komfort, Fahreigenschaften und Top Speed ist der Prijon Barracuda einfach für mich das bessere Boot. An meinem Barracuda habe ich noch ein paar Änderungen vorgenommen. So habe ich die Metalle zur Sitzverstellung entfernt und dadurch den Sitz ca. 3 cm höher bekommen. Dies gibt mir eine bessere Position und Winkel zum Wasser. Ebenfalls habe ich den Sitz soweit wie möglich nach vorne verlagert, damit ich, bei der ganzen Ausrüstung (man muß eine Notfallausrüstung mitführen) im hinteren Bereich besser mit meinem Gewicht trimmen kann. Es war ein Wochenlanges ausprobieren und verstellen. Jedoch bin ich jetzt sehr zufrieden. Der Barracuda läuft einfach super. Im Moment habe ich ein bisschen Probleme mit dem rechten Ellenbogen und der Schulter – Überanstrengung oder Reizung, keine Ahnung ? Ich hoffe, dass kriege ich in den nächsten Tagen noch in den Griff. Das ist dann eigentlich auch schon alles an Rennvorbereitungen. Ich arbeite täglich sehr hart, da brauche ich kein Fitnessstudio :o).

Letzte Vorbereitungen, Fertigmachen in Carmacks

Prijon: Bist Du fit für die diesjährige Ausgabe?

Thomas: Ob ich fit bin ist eine gute Frage. Wie soll ich sagen: „Aus einem alten Gaul kann man kein Rennpferd mehr machen“

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Beim Training

Prijon: Welche Erfahrungen nimmst Du aus dem Vorjahr mit?

Thomas: Ich kenne den Yukon River besser als kaum jemand anders und meine Jahrzehnte Wettkampf- und Kanuerfahrung sind ein großer Vorteil, wie sich im letzten Jahr gezeigt hat. Jedoch hatte ich keine Erfahrung mit Ultrarennen bzw. was mich auf einer solch langen Etappe erwartet. Meine Probleme in Bezug auf Essen & Trinken, Müdigkeit, Komfort an den Füßen, Sitz, Rückenlehne, halt die Kleinigkeiten kenne ich jetzt und kann mich besser im Vorfeld darauf einrichten. Nun weiß ich, was wirklich wichtig ist. Ich denke, dass ich dadurch noch viel Potential habe und meine Zeit erheblich verbessern kann.

 

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Unterwegs auf dem Yukon

Prijon: Was ist dein Ziel für dieses Jahr?

Thomas: Ich habe lang hin und her überlegt, ob ich nochmal starten soll. Mir wurde von vielen Seiten gesagt, dass es sehr erstaunlich ist, bei der ersten Teilnahme ins Ziel zukommen und dann noch auf dem zweiten Platz. Eigentlich sollte ich damit zufrieden sein,…., allerdings ist der zweite Platz auch der erste Verlierer, sag ich mal so lächelnd. Letztes Jahr ist es einfach nicht ganz so gut gelaufen, wie ich mir vorgestellt habe. Schlecht geschlafen an den Nächten vor dem Rennen, dann stimmte meine Verpflegung nicht, habe dadurch Magenkrämpfe und anschließend Durchfall bekommen. Dann habe ich vier Pausen eingelegt, weil es mir gar nicht gut ging, 2-3 mal einen falschen Seitenarm/kanal gewählt und jede Menge Zeit verloren usw. Ich denke, da ist noch jede Menge Potential und gerne würde ich mich in diesem Jahr ganz oben auf dem Podest sehen. Das große Ziel ist den Rekord von 42,5 Stunden zu brechen. Allerdings müssen dafür alle Zeichen richtig stehen. Hochwasser, Rückenwind, ideales Wetter und ein schnelles siebener Voyager Kanu, welches einen auf der Welle oder im Fahrwasser mitzieht. So wurde der Rekord in einem sehr schmalen und schnellen Kajak gefahren, welcher heute beim YRQ nicht mehr zugelassen ist, da er den Spezifikation nicht mehr entspricht. Also den Rekord zu brechen ist fast unmöglich.

Und los geht’s! Der Start in Carmacks

Prijon: Wir drücken Dir in jedem Fall die Daumen und wünschen Dir Viel Erfolg!

Thomas: Ja Ich hoffe, ich konnte Dir Deine Fragen beantworten und einen Eindruck von dem geben, was noch vor mir liegt. Die Zeit läuft, nur noch 6 Tage bis zum Start – am 24.06. werde ich mit Startnummer 6 wieder mit dem Prijon Barracuda an den Start gehen. Während dem Rennen trage ich einen SPOT zum tracking und somit kann man über einen Link meine Strecke bzw. das Rennen verfolgen.

Prijon: Vielen Dank Thomas, wir freuen uns schon auf deinen Bericht nach dem Rennen, hier auf unserem Blog!

 

Anmerkung: Unter diesem Link kann man Thomas live beim Rennen mit-verfolgen: http://share.findmespot.com/shared/faces/viewspots.jsp?glId=0gYrsqxMvR60rBWl061S8nNRRJvaJzZuj

 


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