Der Curve 3.0 als C1

Die Entscheidung zum Curve 3.0
Da im Handel nur wenige geschlossene Canadier angeboten werden bleibt als Alternative oft nur der Umbau eines handelsüblichen Kajaks. Ich habe bereits einige Kajaks zum C1 umgebaut, aber leider fehlte mir bisher bei allen Umbauten das gewisse Etwas … Nun, das hat sich mit meinem Curve geändert!

Während eines Testivals an der Loisach wurde ich auf den Curve aufmerksam. Als Fan von Flachboden mit ausgeprägten Kanten war mein Interesse nach einem Blick auf das Unterschiff schnell geweckt. Ein weiteres Plus war die breite Luke, die den Einbau eines breiten Sattelsitz erlaubt ohne Probleme beim Ausstieg zu bekommen. Mit 268 cm Länge, 68 cm Breite und einem Volumen von 300 Litern fiel meine Wahl auf den Curve 3.0, der für meine 80 kg bei 173 cm Körpergröße ausreichen müsste. Direkt am nächsten Tag habe ich mir den Curve 3.0 bei Prijon bestellt.

Umbau
Nachdem ich bereits einige Erfahrung im Umbau eines Kajaks zum Canadier habe war die Arbeit an einem Wochenende erledigt. Alle Einbauten sind an den original Löchern befestigt und so kann der C1 jederzeit wieder zum Kajak umgebaut werden.

Die Basis bildet ein U-Profil aus Aluminium, welches als Bodenschiene  dient und an dem alle anderen Einbauten wie Sitz und Bulkhead befestigt sind. Die Bodenschiene wird im Bug von einem der Bootsform angepassten Alu-Flachprofil gehalten, das wiederum an den original Haltebolzen der Prallplatte befestigt ist.

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Der Sattelsitz geht ab Lukenende ca. 10 cm weit ins Heck und stabilisiert so zusätzlich die Bootshülle. Da die Bulkheads alleine nicht genügend Halt bieten habe ich noch einen Hüftgurt angebracht. Die Schnalle kann im Notfall über einen weiteren Gurt geöffnet werden, der unter der Spritzdecke nach außen geführt ist. Mit diesem System lassen sich Spritzdecke und Hüftgurt gleichzeitig öffnen im Falle eines Ausstiegs. Im Moment paddle ich den Curve noch ohne Fußstützen, ich werde allerdings demnächst noch welche nachrüsten für eine noch bessere Kontrolle.

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Die Auftriebskörper sind von Prijon und haben vorne Größe 5 & Hinten Größe  4. Gesamtgewicht nach dem Umbau sind genau 20 kg. Die Kosten für den Umbau lagen bei ca. 100,- €.

Fahrverhalten
Die Jungfernfahrt fand im leichten Wildwasser I-II auf der Leitzach bei gutem Mittelwasserstand statt. Der Curve hat eine höhere Anfangsstabilität als verschiedene andere Creeker mit abgerundeten Kanten. Die extremen Kanten in Kombination mit dem flachen Boden erlauben eine tiefe Knieposition direkt an der Kante, das vermittelt ein gutes Bootsgefühl und erlaubt den Curve exakt zu kanten und zu auch stabil auf der Kante zu halten.

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In Sachen Geschwindigkeit hätte ich aufgrund der Bootsform etwas mehr erwartet, da hatte mein vorheriger Rundboden Creeker die Nase leicht vorn. Trotzdem ist die Geschwindigkeit ausreichend hoch und der Curve lässt sich gut beschleunigen. Boofen lässt sich der Curve problemlos, hier reicht schon ein kleiner Impuls um locker über Walzen oder Stufen zu springen. Surfen in der Welle stellt keine Herausforderung dar, allerdings ist einiges an Bootsbeherrschung für einen stabilen Sidesurf notwendig.

Nach dem Durchweg positiven Eindruck auf der Leitzach war ich mit dem Curve auf dem Eiskanal in Augsburg. Im wuchtigeren Wasser muss der Curve aktiv gepaddelt werden. Das Heck reagiert sensibel auf Presswasser und saugt sich an stärkere Verschneidungen auch mal fest. Das ist aber auch schon der einzige Nachteil der mir aufgefallen ist. Generell reagiert der Curve sofort auf kleinste Gewichtsverlagerungen und Steuerschläge, was ihn zu einem C1 macht der vom Paddler eine gute Technik verlangt dafür aber mit einer top Performance belohnt.

Mein Fazit:
Der Curve macht als C1 sehr viel Spaß:)
Auf leichtem Wildwasser bietet er ausreichend Reserven, während er auf schwerem Wildwasser nach einer sauberen Technik verlangt.

Happy Paddling,
Stefan


Kommentare

Der Curve 3.0 als C1 — 2 Kommentare

  1. stefan,

    Amazing outfitting!!! i love your emergency release system. do you have pictures of the strap attached at the front of the cockpit? how does this work?

    cheers
    erik

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